OSTRALE Biennale O19

Kunstvolle Besetzung könnte man das nennen, was im Frühjahr 1991 im Dresdner Ortsteil Loschwitz geschah. Dort fanden sich auf Initiative von Gudrun Oltmanns mehrere KünstlerInnen und AbsolventInnen der Kunsthochschule zusammen, die das Gebäude der ehemaligen Feuerwehr besetzten und das Ziel verfolgten, verschiedene Kunstformen und Kulturprojekte zu verwirklichen. Bis heute hat sich die Alte Feuerwache zu einer beliebten Anlaufstelle für professionelle und Laienkünstler, Kinder und Stadtteilbewohner entwickelt.
Als dezentraler Ausstellungsraum der OSTRALE Biennale O19 sind die gezeigten Arbeiten nicht nur mit der schönen natürlichen Umgebung der Alten Feuerwache verbunden, sondern auch mit ihrer ursprünglichen Funktion als Institution zur Katastrophenverhütung. Sie hinterfragen das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, die Katastrophen, die wir unserer Umwelt und unseren Mitmenschen zufügen können, und unsere Versuche, gegen selbstverschuldete Unglücksfälle vorzugehen

Yuval Avital Foreign Bodies
Für Dresden hat Yuval Avital in der Region Sachsen mit zwei lokalen Tänzerinnen an sechs verschiedenen Orten einen weiteren Videofilm für seine Installation, die in der Historische Tabakfabrik f6 präsentiert wird, erschaffen. Die während des Drehs entstanden Aufnahmen, Film- und Soundmaterial für die Installation in der Historische Tabakfabrik f6, sowie die hier gezeigten großformatigen Fotografien werden zu einem festen Bestandteil der Arbeit von FOREIGN BODIES, welche in der zukünftigen Präsentation des Projekts weltweit gezeigt wird und Sachsen wie auch die OSTRALE durch diese Werk verbindet.

Nathalie BertramsDie Hinterbliebenen
In der Demokratischen Republik Kongo bricht immer öfter das Ebola-Fieber aus. Die Krankheit ist hochansteckend und oft tödlich – mit verheerenden Folgen für ganze Familien. Die Künstlerin zeigt Portraits der Hinterbliebenen der Epidemie.

Achim RiethmannNeon
Ausnahmesituationen bilden den thematischen Ausgangspunkt dieser Arbeit: das können wissenschaftliche Untersuchungen, Unfälle, Naturkatastrophen, gesellschaftliche Umbrüche aber auch kriegerische Auseinandersetzungen sein. Die verwendeten Fragmente sollen inhaltlich als auch formell ein Spannungsfeld für thematische sowie räumliche Interpretationen schaffen. In den Gemälden sehen wir Masken und Schutzkleidung, die der Mensch zum Schutz seiner selbst entworfen hat. Gleichzeitig löschen sie die Identität des Trägers, geben ihm aber auch eine neue, die der Rolle entspricht, in die ihn die Ausrüstung stellt.

13.06.-26.06.2019 – COLLABORATION – art kommunikation international – Ein Projekt von Petra Lorenz, Volker Lenkeit und Frank Voigt

Bild: Collaboration: Frank Voigt (D). Lancillotto Bellini (Italien). Collage, 2017


COLLABORATION

art kommunikation international
Ein Projekt von Petra Lorenz, Volker Lenkeit und Frank Voigt

13.06.-26.06.2019
Eröffnung: DO. 13.06.2019 – 20 Uhr
Eröffnungsrede: Detlef Schweiger
musikalische Umrahmung: Max Wutzler

Die Ausstellung COLLABORATION zeigt eine kleine Auswahl aus unserer Sammlung mit Gemeinschaftsarbeiten, die in Zusammenarbeit mit über 60 Künstlern aus 28 Ländern entstanden.

28.06.–30.06.2019 OSTRALE – Daniel Chluba

Daniel Chluba, Clownismus

Freitag 18–22 Uhr // Sa 10–22 Uhr // So 10–16 Uhr

Zur dezentralen Ausstellung der OSTRALE Biennale O19 mit dem Thema „ismus“ können Sie Daniel Chluba in der Feuerwache Loschwitz zum Elbhangfest bei seiner interaktiven Clown Show sehen. Im Zirkuszelt können Besucher Fotos mit dem Clown machen. In einer roten Zirkuswelt mit vielen Accessoires wird zum gesellschaftspolitischen Scherzen geladen. Kommen Sie! Kommen Sie! .. und suchen Sie sich Ihren eigenen Standpunkt aus: Instagamismus Facebookismus Egoismus … und positionieren Sie sich vor der Kamera!

Der Künstler Daniel Chluba arbeitet bei seinen Aktionen und Performances ohne Phantasie, ohne Ideen, ohne Kreativität. Jegliche Kreativität hat er sich verboten, denn die Kreativität tötet die Kunst.

20.05.–09.06.2019 Klasse Brandmeier – ÜBER DAS JUCKEN

Klasse Brandmeier – Über das Jucken

Eröffnung: 20.05.2019 // 20 Uhr

Die Klasse Brandmeier versteht sich als ein Ort für medienübergreifendes Arbeiten im Raum. Zwei- und dreidimensionale Elemente, gemalte, gebaute, gefilmte oder geschriebene Teile: Das Formen und Umformen von Stoffen – seien dies Werkstoffe, Geschichten oder Orte, bilden den Schwerpunkt.
Das Jucken lässt Kausalitäten in Aktion treten. Diese wiederum bringen jene Dinge hervor, die sich in diversen sichtbaren Formen im Hier und Jetzt manifestieren, dennoch stets das Gestern und Morgen beinhalten. Der Entstehungs- und Gedankenprozess wird nicht als losgelöst vom Ergebnis verstanden.

Dabei sind: Lea Corves, Kateřina Šillerová, Victoria Gentsch, Yeun Song, Laura Urbanski, Georg Ruppelt, Janika Richter, Selin Acarbas, Sophie Caceres Kipper, Lea Hoffarth, Katsiaryna Matsesha, Paula-Marie David, Christian Aumüller, Meret Arndt, Viktoria Ovsepian, Felix Sondermann, Theresa Sellmann, Theresa Tuffner, Maria Heidler, Angelina Seibert

25.03.–11.04.2019 Dresden Residents #1

Ann-Kristin Källström, Clean I (2017), Photopolymerdruck, 20 x 20 cm

Eröffnung: Montag 25.03.2019 / 20:00 Uhr

Auch in diesem Jahr präsentieren die diesjährigen Frühjahrsresidenten des Künstleraustauschprogrammes Dresden Residents in Zusammenarbeit mit der Grafikwerkstatt Dresden in einer gemeinsamen Ausstellung in der Alten Feuerwache Loschwitz ihre Werke. In diesem ersten Jahresdurchlauf haben wir Residenten aus den Städten Hamburg, Breslau und Salzburg sowie aus Tidaholm dabei.

Maja Dokudowicz studierte Kulturwissenschaften an der Adam Mickiewicz University in Posnań und Druckgrafik an der Academy of Fine Arts in Wrocław. Sie experimentiert mit Hoch- und Tiefdrucktechniken, lässt ungewöhnliche Materialien, Fotografie und Buchbindekunst einfließen. Im Fokus steht der bewusste künstlerische Umgang mit Fragmenten – deren Bedeutung und Möglichkeiten im kreativen Kontext ebenso wie in der Beziehung zum Ganzen.

Ann-Kristin Källström arbeitet seit mehr als 20 Jahren sowohl klassisch als auch experimentell in verschiedenen Drucktechniken. Die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen werden ins Verhältnis zu städtischen Strukturen und Systemen gesetzt. Die digitale Fotografie dient dabei als Basis für die Suche nach menschlichen Spuren, Gespräche offenbaren Geschichten, die in den Druck überführt werden. Farbig gedachten Werken genügt das satte Schwarz.

Brigitte Kovacs studierte Bildende Kunst am Royal College of Art in Stockholm und Fotografie an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie bedient sich verschiedener künstlerischer Verfahren und Medien wie Fotografie, Performance, Installation und Sprache. Mit ihren zumeist orts- und situationsspezifischen, konzeptuellen Arbeiten greift sie in gesellschaftliche Normen ein und stellt diese aktiv zur Diskussion.

2017 beendete Astrid Ehlers ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg mit dem Master of Fine Arts. Ihre Zeichnungen, Kaltnadelradierungen und Installationen erzählen von wissenschaftlich-philosophischen Zusammenhängen, die scheinbar profanen Gegenständen anhaften – sie blickt hinter die Oberfläche der Dinge. Der manuelle Akt, das physische Durchdringen der Oberfläche mit der Nadel und das konzeptuelle Durchdringen eines Gegenstandes werden vor allem in den Radierungen zu Synonymen.