PAPERWORKS – Matthias Lehmann

Eröffnung: FR 09.04.2021 um 20 Uhr

Kuratorische Begleitung: Dr. Carolin Quermann, Kustodin Städtische Galerie Dresden

Katalog zur Ausstellung:
PAPERWORKS
Matthias Lehmann
9. April bis 8. Mai 2021
Hrsg.: Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz
Autor*innen: Dr. Carolin Quermann, Kustodin Städtische Galerie Dresden
ca. 40 Seiten, 17 x 24 cm Softcover, Klebebindung

Für einen Besuch der Galerie:

Der Besuch der Ausstellungen ist möglich. Bitte vereinbaren Sie dafür einen Termin über maren.marzilger@feuerwache-loschwitz.de oder telefonisch unter der 0173 3253408. Bitte beachten Sie, dass für den Besuch der Nachweis über einen tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest sowie die Kontaktnachverfolgung (Name, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, Anschrift sowie Zeitraum und Ort des Besuches) im Sinne der Corona-Schutzverordnung vom 29. März 2021 notwendig sind. In der Galerie besteht die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Mund-Nasenbedeckung.

PAPERWORKS – Matthias Lehmann // 09.04.–08.05.2021

Kuratorische Begleitung: Dr. Carolin Quermann, Kustodin Städtische Galerie Dresden
Eröffnung: Freitag 9. April 20 Uhr (online)
Finissage mit Katalogpräsentation: Samstag 8. Mai 20 Uhr (unter Vorbehalt)
Matthias Lehmann, Entwurf Paperworks
Die Ausstellung PAPERWORKS zeigt Ergebnisse des durch die STIFTUNG KUNSTFONDS geförderten Arbeitsstipendiums, welches Matthias Lehmann nutzte, um das eigene Werk inhaltlich neu auszurichten:
“Die Alte Feuerwache ist von einer unbekannten Erscheinung heimgesucht worden, die sich an der Wand ausgebreitet und einen dynamischen Tentakel ausgebildet hat, der den Raum auf eine sehr eigene Weise erkundet. Dieses raumgreifende Gebilde, das der Besucher durchschreiten kann, stammt von Matthias Lehmann und besteht aus Papier.
Der Künstler befasst sich schon länger mit den stofflichen und statischen Eigenschaften des Alltags-Werkstoffs Papier, um dessen Grenzen auszuloten: Was ist mit diesem fragilen weißen Material machbar, wie weit kann man es durch Faltungen und Kombinationen verformen, wie tragfähig, wandelbar und lebendig ist es?
Ausgangspunkt seiner Skulpturen ist eine 3D-Software, in der er seine Ideen entwirft und modelliert. Dazu muss man wissen, dass alle virtuellen Objekte aus Polygonen bestehen – meist aus Dreiecken, die miteinander verbunden werden. In einem aufwändigen Verfahren baut Matthias Lehmann diese komplizierten Deltaeder aus Papier nach. Anfänglich liegen die Papierbögen plan übereinander. Doch schon mit der ersten Faltung eines Blattes greift das Papier sofort und unumkehrbar in den Raum ein: Es wird dreidimensional. Das Material verlangt dabei nach einem spezifischen Umgang, es behauptet seine Eigenheiten und seinen Eigensinn, denen Matthias Lehmann experimentell nachspürt und mit handwerklichen Lösungen begegnet. Die Realisierung weicht dabei immer von der virtuellen Welt ab: Die geometrische Perfektion verliert sich genauso wie die cleane Erscheinung. Gerade in dieser Nicht-Entsprechung steckt der spielerische, kreative Raum, in dem Abweichungen, Ungenauigkeiten und Fehler auftreten, kurz: in dem das Leben spielt, das sich bald verselbständigt, den Raum erobert und seinen Tentakel ausfährt.”

Text: Dr. Carolin Quermann

Katalog zur Ausstellung:
PAPERWORKS
Matthias Lehmann
9. April bis 8. Mai 2021
Hrsg.: Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz
Autor*innen: Dr. Carolin Quermann, Kustodin Städtische Galerie Dresden
ca. 40 Seiten, 17 x 24 cm Softcover, Klebebindung

DRESDEN RESIDENTS #1

19.03.–26.03.2021
Dresden Residents #1

Jūratė Narmontaitė (Schweden), Soyon Jung (Hamburg)
Schaufensterausstellung: 19.03.–26.03.2021

In Zusammenarbeit mit der Grafikwerkstatt Dresden und gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz präsentiert die Galerie Werke der zwei Künstlerinnen aus Hamburg und Schweden parallel zu ihrem Arbeitsaufenthalt in der Grafikwerkstatt. Gezeigt werden vornehmlich Arbeitsergebnisse direkt aus der Werkstatt.

Jūratė Narmontaitė, Light, Lithographie (Unikat)

Die litauische Grafikerin Jūratė Narmontaitė spezialisierte sich auf Lithographie, nachdem sie sich in Schweden bei einem Lehrgang in die Technik und den Stein verliebte.  

Bildbestimmendes Motiv sind Vögel: Neben vielen symbolischen Aspekten ist es vor allem die Assoziation von Freiheit, die für die Künstlerin so spannend ist. Im Laufe der Pandemie und mit wachsendem Gefühl des „Festhängens“, veränderte sich der Fokus von Jūratė Narmontaitė: Die “Zeit” hält mehr und mehr Einzug in ihre Arbeit. Hier wird sich auch die kleine abstrahierte lithographische Edition zum Thema “Escape” einordnen, die während ihres Aufenthaltes in der Grafikwerkstatt Dresden geplant ist.

Jūratė Narmontaitė, Three little friends (Detail), Lithopgraphie

Soyon Jung wurde 1982 im südkoreanischen Gwangju geboren. Nach einem Kunststudium an der Ewha Woman’s University in Seoul ging sie nach Deutschland und studierte an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HFBK) bei Haegue Yang und Jutta Koether. In ihren Arbeiten kombiniert sie klassische Radierungen mit digitalen Drucktechniken, Video und 3D-Fotografien. Sie lebt in Hamburg.

Soyon Jung, Stadtmauern Peking (2020), Radierung auf Bütten, 38 x 20 cm

Jungs Zeichnungen sind klassische Radierungen, die sie mit digitaler Bildbearbeitung und Folientechniken aus dem Manga-Genre kombiniert. In ihrer aktuell entstehenden Bildserie “Stadtmauern” greift die Künstlerin die wachsende kulturelle und ökonomische Ungleichheit zwischen städtischem und ländlichem Raum auf. Mittels futuristischer Stadtmauern von Metropolen wie Berlin oder Hongkong überträgt sie die gegenwärtigen Konflikte in eine postnationale Zukunft.

Soyun Jung, Stadtmauern Seoul (2020), Radierung auf Bütten, 19,5 x 25,5 cm

 

Soyon Jung arbeitet auf Einladung der Landeshauptstadt Dresden für einen Monat in der Grafikwerkstatt Dresden im Rahmen eines Künstleraustauschprogramms mit der Partnerstadt Hamburg.

Jūratė Narmontaitė ist Teilnehmerin eines Austauschprogramms zwischen der Litografiska Akademin Tidaholm/Schweden und der Dresdner Grafikwerkstatt.