SA. 14.04. – 20 Uhr club|debil Konzert – Holotrop (D) + Sønderling

Das griechische Wort „holotrop“ (das in „Streben nach dem Ganzen“ übersetzt werden kann), wurde zuerst von dem bekannten tschechischen Psychologen Stanislav Grof – dem Schöpfer der transpersonalen Psychologie und Pionier der Erforschung therapeutischer Anwendungen von veränderten Bewusstseinszuständen verwendet. Es war sein Konzept, das Tino Seibt zum Namen des rituell, psychedelischen Projekts inspirierte, der sich auf Grofs Ideen, das Wissen des Schamanen und seine eigenen Reisen sowohl in der realen als auch in der psychedelischen Welt sowie auf die Lehrenveränderter Bewusstseinszustände stützt. Seibt versucht, Töne und Musik zu verwenden, um Visionen unter normalenBedingungen hervorzurufen, die für die menschliche Psyche normaler Weise unerreichbar sind. Dank der einzigartigen Kombination von Klängen elektronischer und akustischer Instrumente erforscht Holotrop die Grenzen zwischen Realität und Traum, Intellekt und Gefühlen, Ekstase und Meditation.

„Eine neue Ära herzzscher Musikgeschichte! Im Sommer 2014 gebar der Dresdner Musiker Tobias Herzz Hallbauer einen sønderlich singenden Sohn, der seitdem mit Musiken aller Couleur, vor allem aber mit – von ihm selbst so benanntem – „Elektrokabaré“ aufhorchen lässt. Dieser Sønderling scheint ein Zeitreisender zu sein, der ungeniert in den Klängen vergangener Epochen wühlt, um sie im Hier und Heute in neue Gefüge zu betten – manchmal auch zu schweissen. Doch auch das dunkel romantische Lied ist ihm nicht fremd; er stromert generell gern in den Grenzbereichen der Genres herum – und hin und wieder entspringt dem sønderlichen Tun auch ein Film oder Video. Wie von gut unterrichteten Greisen zu erfahren war, gibt es angeblich Pläne des Sønderlings, seine Musik auf Tonträgern zu veröffentlichen. Allerdings – so hiess es – hätte der Sønderling zunächst keine Zeit, sich ganz allein darum zu kümmern.“

02.04.2018 – 22.04.2018 mitgebrachte AUGENBLICKE einer WIRKLICHKEIT

Johannes Praus / Photographien

Eröffnung & Buchpräsentation: Montag 02.04.2018 / 20:00 Uhr

Eröffnungsrede: Detlef Schweiger

Eine Tabakfabrikchefin mit Huhn, ein Eis-essender Schornsteinfeger, Kinder mit selbstgebauten Skateboards ein schüchtern blickender Soldat, eine Umarmung, die so vertraut wie fremd zugleich scheint. In seinen analogen Schwarz-Weiß-Bildern zeigt uns der Photograph Johannes Praus Momente aus dem Leben von Menschen, die es in unserer heutigen Welt nicht mehr zu geben scheint. Oder haben wir sie nur nicht wahrgenommen, nicht richtig hingeschaut? Wir begegnen diesen Menschen und ihren Geschichten durch die Augen des Photographen, wir sehen Individuen und denken über ihr soziales Umfeld nach. Die Sammlung „mitgebrachte AUGENBLICKE einer WIRKLICHKEIT“ bündelt zehn Jahre von Praus‘ photographischer Arbeit. Praus steht mit seinen Bildern in der Tradition der sozialdokumentarischen Photographie, ist dabei aber weder anklagend noch stellt er Situationen einfach nüchtern dar. Seine Bilder sind geprägt von seiner subjektiven Wahrnehmung der Welt – gesellschaftspolitische Themen sind darin immanent, drängen sich aber nicht auf. Der Blick des Photographen richtet sich dabei immer respektvoll, ja liebevoll, auf die Menschen, die er porträtiert. Ihre teilweise direkt in die Kamera gerichteten Blicke fordern uns Betrachtende und lassen uns nicht los. Es sind Bilder, die sich einem flüchtigen ersten Blick entziehen. Sie fordern unsere Auseinandersetzung mit ihnen und sind doch so bescheiden und leicht wie ein vorüberziehender Augenblick.

Johannes Praus: „In unserer heutigen Welt, in der es allen um sich selbst geht, in der das individuelle Vorankommen vor dem gesellschaftlichen Zusammenhalt steht, möchte ich die Blumen der Stadt zum Blühen bringen – die Menschen. Es ist mir unbegreiflich, worum es im menschlichen Dasein gehen kann, wenn nicht um Zwischenmenschliches.