FR 25.05. – 20 Uhr club Abend -“Rapide Augenbewegungen“ – Der geheime Filmclub

Der geheime Filmclub hat es sich mit seiner Reihe „Rapide Augenbewegungen“ zur Aufgabe gemacht, in den Weiten des Filmschaffens übersehene Perlen der Filmkunst auszugraben und diese einem interessierteren Publikum vorzustellen. Hierbei liegt das Augenmerk darauf die Lust am Unbekannten zu befriedigen. Ohne diese Neugierde wäre eine solche Reihe nicht denkbar. Sie treibt den geheimen Filmclub voran in den entlegensten Winkeln nach Filmen zu suchen welche andersartig, bizarr, surrealistisch, skandalträchtig, avantgardistisch, experimentell, künstlerisch sind und keinen Platz im Kino oder im TV fanden oder finden. Filme welche lustvoll seltsam und quer zu jeder Verschubladisierung stehen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Der geheime Filmclub nicht preisgibt welchen Film es jeden letzten Freitag im Monat zu sehen gibt. Für den potentiellen Zuschauer gilt es sich auf den Weg zu machen, um mit Gleichgesinnten die Erfahrung zu teilen etwas zu sehen zu bekommen was man nicht erwartet hätte, anders als würde man den Plot schon vorher kennen.

05.03. – 22.03.2018 DRESDEN RESIDENTS 2018#1 Claudia Behling (Hamburg) Dominika Ziober-Król (Breslau) Sarah Oswald (Salzburg)

Eröffnung: 05.03.2018 / 20:00 Uhr Eröffnungsrede: Christiane Filius-Jehne (Sprecherin für Kultur der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Ausstellungsansichten

Über das Verhältnis von Kultur und Natur / Text: Heinz Weißflog

Der diesjährige Frühjahrsdurchgang der Dresden Residents präsentiert die Ergebnisse mehrwöchiger Arbeit in der Grafikwerkstatt Dresden wie gewohnt mit einer Ausstellung in der Galerie der Alten Feuerwache Loschwitz. Diesmal sind es Künstlerinnen aus den Partnerstädten Hamburg (Claudia Behling), Salzburg (Sarah Oswald) und Wroclaw (Dominika Ziober-Król, die den Raum der Galerie mit intensiv erarbeiteten Arbeiten füllen. Dabei spürt der Betrachter den experimentellen Charakter der Ausstellung, wenn zum Beispiel auf Rahmungen verzichtet wurde und die Wand selbst als Gestaltungsmittel eingesetzt wird. Alle drei sind renommierte Künstlerinnen, die bereits viele nationale und internationale Wettbewerbe gewannen und Preise erhielten. Neben dem künstlerischen Austausch und der „tollen Arbeit“ mit den Druckern der Grafikwerkstatt Dresden ergaben sich intensive menschliche Kontakte, die, wie eine der Residentinnen sagte, von Humor und gegenseitiger Sympathie getragen waren.

Claudia Behling (geb. 1969 in Hamburg) bevorzugt in ihren Stimmungsbildern neben der Radierung auch den Naturselbstdruck. Pflanzen werden dabei selbst zur Druckform und in der Weichgrundätzung (vernis mou) direkt auf die Platte gelegt und gedruckt. Ilex, Heidekraut und Kiefernzweige in der Fischbecker Heide, Waldmeister-und Erdbeerblätter, Lavendel und Silberblatt (im Hinterhof des Künstlerhauses FRISE), sowie Gräser vom Elbufer erscheinen auf ihre Drucken feingliedrig und detailiert. Reizvolle Zufälligkeiten entstehen durch die Anwendung der Säure. Die in Farbvarianten gehaltenen Blätter sind zum Teil mit auf dem Trödelmarkt erstandenen Stickereien kombiniert, die das Verhältnis von menschlicher Kultur und Natur veranschaulichen. Radierungen zum Thema „Schirm“ greifen Anregungen auf, die die Künstlerin beim Bezug eines noch im Innenausbau befindlichen Gebäudes in München bekam. Der aufgespannte Schirm war das einzige lebendige Element, das in ihre Kaltnadelradierungen in zahlreichen Varianten eine Hauptrolle spielt. Claudia Behling studierte von 1994 bis 1998 Kunstpädagogik/Bildende Kunst und ist seit 2005 Mitarbeiterin der Hamburger Kunsthalle. Dort gibt sie seit 2009 Radierkurse. Sie besitzt ein Atelier im Künstlerhaus FRISE in Hamburg.

Die Grafik-Designerin und Bildende Künstlerin Sarah Oswald (geb. 1989 in Innsbruck) lebt und arbeitet in Salzburg. Sie arbeitet grafisch, malerisch und verbal, aber auch mit Geräuschen, hat sich die synästhetische Wahrnehmung zum Arbeitsprinzip gemacht. Bilder, Worte, Gerüche und Geräusche, aber auch haptische Elemente werden dabei verbunden. Worte vom Handy wurden verbildlicht, eigenes sinnliches Erfahren eingebracht und umgeformt. Sie fasziniert das Arbeiten mit Formen, Farben und anderem Material, besonders aber mit der Schrift. Schreiben mit der Hand ist für sie eine emotionale Erfahrung. Eine Sound-Arbeit gehört neben ihren bildnerischen Arbeiten zu dieser kleinen, sehr intimen Installation. 2015 studierte sie an der Accademia di belle Arti in Venedig. Seit 2011 ist sie Co-Herausgeberin und Gestalterin der österreichischen Zeitschrift für Literatur und Kultur „mosaik“ in Salzburg.

Die beiden Aquatinten von Dominika Ziober-Król nehmen den Gedanken von römischen Mosaiken auf. Unter dem Titel „Cave Canem“ (Vorsicht Hund!) spielen sie auf die Doppelnatur des Menschen an, der einen Teil Mensch aber auch einen Teil Tierisches in sich birgt. Die Künstlerin beschäftigt sich mit Malerei, Zeichnung und Design, jedoch der Hauptausdruck ihrer künstlerischen Arbeit ist die Grafik. Dabei mixt sie die unterschiedlichen Techniken, Medien und Experimente. Ihre Arbeit charakterisiert auch eine Kombination kultureller und popkultureller Werte mit ihren eigenen Beobachtungen, bei denen alles durch sie hindurchgeht „wie durch einen Filter“ (Statement).

05.02.2018 – 25.02.2018 IRR. RATIONAL. – Steffen Otto

Eröffnung: 05.02.2018 / 20:00 Uhr
Am 08., 11. und 15. 02. ist der Künstler anwesend.

Vor 2500 Jahren war alles noch in Ordnung. Pythagoras konnte die Welt und was sie im Inneren zusammenhält mit den Zahlen 1 bis 10 erklären. Dann stellte jemand die garstige Frage: „Wie lang ist die Diagonale in einem Quadrat mit der Kantenlänge 1?“ So betrat Wurzel 2 die Bühne der Mathematik und mit ihr Irrationalität, Unordnung und Chaos. Doch der Schein trügt. Auch was liederlich erscheint, birgt Struktur. Diese aufzuspüren, widmet sich der Geometer Steffen Otto in seiner Arbeit. Ein Teil der Ausstellung, die am 5. Februar, 20 Uhr in der Alten Feuerwache Loschwitz eröffnet wird, versucht, geometrische Harmonien aufzuzeigen, die der Kreiszahl Pi, der Schwester von Wurzel 2, innewohnen. Auf anderen Bildern gilt es, zwischen Sein und Schein zu unterscheiden. In Zeiten, in denen Ismen als Wahrheit verkauft werden, macht der Künstler mittels abstrakter Vereinfachungen darauf aufmerksam, daß die Dinge selbst und wie sie wahrgenommen werden, nicht immer in Deckung zu bringen sind.