07.02.–07.03.2020 // LANDSCHAFTEN EINES UNVOLLENDETEN – Der Nachlass des Ludwig-Richter-Schülers Ottokar Renger

Eröffnung: 07.02.2020 um 20 Uhr

Wenn »Kunst ein Stück Natur ist, gesehen durch ein Temperament« (E.Zola), dann gehören die Bilder Ottokar Rengers einer leisen Kunst an. Neben der handwerklichen Souveränität ist es ihre beschreibende und gefällige Weise, die beim Betrachten seiner Landschaften zumeist den Eindruck von Heiterkeit hinterläßt.

Ottokar Renger, Alpenlandschaft, vermutl. 1873, Aquarell, 9,5 × 21,0 cm

Als Vertreter des Schülerkreises um Ludwig Richter stand er unter dem Einfluß von Hochromantik und naturalistischer Kunstauffassung. Jenseits von kunsthistorischer Einordnung war es Begabung und Fleiß, die ihn auszeichneten. Aber für die Entwicklung einer eigenständigen Charakteristik seines Schaffens reichte ihm die zur Verfügung stehende Lebenszeit nicht aus.
In der Phase der Orientierung und seine Laufbahn eben nur angebrochen, beschreibt man eventuell den letzten Status seiner Unvollendetheit. Die Sammlung vorübergehend einem empfänglichen Publikum zugänglich zu machen, auch im Wissen, dass Künstlernachlässe solchen Alters in dieser relativen Geschlossenheit nicht mehr vorkommen, ist das Anliegen der
Verfasser Marius Neuber und Norbert Franke.